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Wie ist es bei Jugend forscht teilzunehmen? – Ein Bericht von Paul Hudelmaier (9E)

    Wer glaubt, dass Forschung und Wissenschaft nur etwas für alte, graue Männer in Laborkitteln sind, der irrt sich. Am 17. und 18. April wurde jedem, der sich die Mühe machte, der Universität Regensburg einen Besuch abzustatten, das Gegenteil bewiesen. Denn hier wurde der 61. Landeswettbewerb von Jugend forscht junior abgehalten, an dem auch ich teilnehmen durfte. Die Sieger aller Regionalwettbewerbe in Bayern trafen hier zusammen, um die landesweit besten Projekte zu küren.

    Jugend forscht ist ein Nachwuchswettbewerb. Kinder und Jugendliche ab der vierten Klasse können dort bis zum Alter von 21 Jahren teilnehmen; wer 14 Jahre oder jünger ist, tritt bei Jugend forscht junior an. Dafür muss ein selbstgewähltes Forschungsprojekt in einem der Fachgebiete bearbeitet werden, etwa Arbeitswelt, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik. Ich selbst habe beispielsweise eine App programmiert und veröffentlicht, die User zu nachhaltigerem Handeln und mehr Klimaschutz im Alltag motiviert. Sie heißt ClimateQuest, kann als Webseite (climate-quest.de – guckt sie euch gerne an :)) verwendet und im AppStore heruntergeladen werden. Andere Jungforschende haben in ihren Projekten Klopapier getestet, einen eigenen Hydraulik-Bagger gebaut oder eine Papierfliegerfaltmaschine aus Lego entworfen. Zur Einreichung eines Projekts als Wettbewerbsbeitrag muss man eine maximal 15-seitige Arbeit schreiben, in der Inhalt, Methodik und Ergebnisse dargestellt werden. Beim Regionalwettbewerb stellt man sein Projekt einer mehrköpfigen Jury vor. Diese bewertet es und schickt im Rahmen einer Preisverleihung die besten Projekte des Regionalwettbewerbs zum Landeswettbewerb, der etwa zwei Monate später stattfindet. Von den 50 teilnehmenden Projekten am Regionalwettbewerb München Nord wurden drei für den Landeswettbewerb zugelassen – neben meinem noch ein Projekt, in welchem eine eigene KI programmiert wurde, die Gebärdensprache in Text übersetzen kann, und eines, welches Oberflächen verschiedener Früchte untersucht.

    Beim Landeswettbewerb präsentieren sich dann die besten Projekte aus ganz Bayern – die Projekte, die ihren eigenen Regionalwettbewerb gewonnen haben. Auch hier stellen sie wieder einer Jury ihr Projekt vor (obwohl diese deutlich strenger ist ;)). Am Ende von zwei sehr abwechslungsreichen Tagen mit äußerst vielseitigen Projektideen, Spaß, spannenden Kurzpräsentationen und abendlichen Fußballspielen findet eine Preisverleihung statt, bei der u.a. drei Preise im Wert von 75, 100 und 150 € für drei ausgesuchte Projekte in jedem Fachgebiet verliehen werden. Meine App Climate Quest erhielt einen Preis des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, nämlich den Sonderpreis für Ressourceneffizienz und Zirkularität im Wert von 150 €.

    Ich glaube aber, dass dieser Wettbewerbsgedanke bei Jugend forscht gar nicht der wesentlichste Punkt ist. Offiziell handelt es sich zwar um einen Leistungswettbewerb, aber für fast alle Teilnehmenden ist die Begegnung mit den anderen Jungforschenden am wichtigsten. Man lernt nicht nur neue Menschen, sondern auch neue Ideen kennen, die sich teilweise auch mit eigenen Interessen decken – eine tolle Inspiration für das nächste Jugend-forscht-Projekt!